Schwer kranke Kinder und Jugendliche brauchen eine umfassende pädagogische Begleitung und Förderung. Als Ergänzung und Opti mierung des bisherigen Unterrichtsangebotes wurde an der Staatlichen Schule für Kranke in München in den letzten Jahren ein Modellprojekt eingerichtet:
An Krebs erkrankte Kinder und Jugendliche, die sich teilweise nur kurz stationär im Krankenhaus befin den, benötigen oft eine sehr flexible Unterrichtsgestaltung. Digitale Schaltungen ermöglichen diese, z.B. von der Klinikschule nach Hause, vom Hausunterrichtslehrer nach Hause oder von zu Hause in die Heimat klasse. Als sinnvolle und notwendige Ergänzung zum oft geringen Unter richtsangebot stellen sie eine Möglichkeit dar, die Bildungschancen kranker Kinder und Jugendlicher zu verbessern.

Voraussetzung für den digitalen Unterricht sind zwei Computer (Laptops), die mit einer Kamera und einer speziellen Software ausgestattet sind und Zugang zu einer ISDN- bzw. DSL-Leitung haben. An den Laptop der Lehrkraft ist eine Dokumentenkamera angeschlossen, die alternativ zur WebKamera eingesetzt werden kann. Mit Hilfe der Dokumentenkamera können Schriftstücke der Lehrkraft auf einem Blatt Papier gut leserlich auf den Laptop des Schülers übertragen werden. Mit dieser VideokonferenzSoftware ist es auch möglich, dass beide Partner im Unterricht ins Internet gehen und dort gemeinsam Programme bearbeiten oder nach Informationen suchen.

Es können auch mehrere Schülerinnen und Schüler an einer Videokonferenz gleichzeitig teilnehmen. So starteten wir einen ersten erfolgreichen Versuch, zwei an Krebs erkrankte Schülerinnen zusammen per Videokonferenzschaltung in verschiedenen Fächern zu unterrichten. Die Schülerinnen waren nicht nur über die gemeinsame Unterrichtsstunde, sondern auch über den persönlichen Kontakt und Austausch begeistert.
Außerdem wird bereits daran gearbeitet, schwer kranken Schülerinnen und Schülern von zuhause oder der Klinik aus eine Videokonferenzschaltung in den regulären Unterricht ihrer Heimatklasse zu ermöglichen.
Die Staatliche Schule für Kranke nimmt Kontakt zur Heimatschule der erkrankten Schüler und Schülerinnen auf und stellt in Kooperation mit dieser ein Angebot für den Hausunterricht auf.
Durch die Videokonferenzen können die Bildungschancen der schwer kranken Schüler und Schülerinnen verbessert werden, da sie mit einem höheren Maß an Unterrichtsstunden versorgt werden.
Die krankenpädagogische Begleitung der Kinder und Jugendlichen kann auf deren Aufenthalt zu Hause ausgeweitet werden.
Die kranken Schüler und Schülerinnen können für ein paar Stunden in das Unterrichtsgeschehen und ihren eigenen Klassenverband eingebunden werden und haben die Möglichkeit, in lebendigen Dialog mit ihren Lehrkräften, Klassenkameradinnen und kameraden zu treten.
Die Teilnahme am realen Unterrichtsgeschehen in ihrer Klassengemeinschaft kann es den kranken Kindern und Jugendlichen ermöglichen, die krankheitsbedingte Isolation zu durchbrechen und eventuell ein Stück normales Leben während ihrer Krankheit zu schaffen.
Die kranken Schüler und Schülerinnen haben die Möglichkeit gegenseitig Kontakt aufzunehmen und sich auszutauschen.
In einer weiteren Phase des Projekts ist geplant, die Videokonferenzen mit mehreren Teilnehmern an verschiedenen Orten weiter auszubauen. Dabei kann der Standort der Lehrkraft die Klinik, die Stammschule oder seine private Wohnung sein. Die kranken Schüler und Schülerinnen können sich zuhause, in der Klinik oder in einer RehaEinrichtung aufhalten.
Der Verein Klick&Lern und der Förderverein der Schule für Kranke bezahlen uns die Ausstattung und die Leitungskosten.