STAATLICHE SCHULE FÜR KRANKE MÜNCHEN

Das Digitale Klassenzimmer am Krankenbett

Das Projekt

Ziel

Ziel des Projekts ist es, erkrankte Kinder und Jugendliche, die sich in stationärer Behandlung in einer Münchner Klinik befinden und den regulären Schulunterricht nicht besuchen können, durch den Einsatz von Videokonferenzschaltungen zwischen Schule und Krankenzimmer vom Krankenbett aus direkt und interaktiv am Unterricht in einer Klasse teilnehmen zu lassen.

Durchführung

Videokonferenz im Klassenzimmer: Klicken für GrossansichtDie erkrankte Schülerin oder der erkrankte Schüler schaltet sich per Videokonferenz in eine Schulstunde an der vernetzten Schule ein und nimmt über den Computer am Krankenbett aktiv am Unterricht teil. Die moderne Technologie der Konferenzschaltung ermöglicht, dass vom Krankenbett aus das Geschehen im Klassenzimmer live miterlebt werden kann.

Schülerinnen im Krankenhaus: Großansicht per KlickDer Unterricht kann verfolgt werden, man kann sich vom Krankenbett aus melden, von den Lehrkräften aufgerufen werden und sich mit Klassenkameradinnen und Klassenkameraden austauschen.
Aber auch Tafelanschriften, Arbeitsunterlagen oder Versuchsaufbauten werden vom Kranken-bett aus wahrgenommen, die Hausaufgaben als E-Mails versandt und korrigiert.

Kontaktaufnahme

Der von Gymnasium oder Realschule benötigte Unterricht wird von der Staatl. Schule für Kranke angefordert. Sie sorgt auch für die pädagogische Betreuung in der Klinik.

Vernetzung

Es sind innerhalb des Projekts "Digitales Klassenzimmer am Krankenbett" drei Schulen vernetzt:

Unterrichtsdauer - Unterrichtsfächer - Klassenstufen

Unterrichtsstunden Schuljahr 03/04: Grossansicht mit KlickDas Projekt "Digitales Klassenzimmer am Krankenbett" ist seit vier Jahren mit zunehmender Nachfrage aktiv. Eine wünschenswerte Ausweitung scheitert an der derzeitigen finanziellen Situation. Immerhin konnte erkrankten Kindern und Jugendlichen bisher in jedem Jahr mit über 100 Zuschaltungen benötigter Fachunterricht erteilt werden.

Der Unterricht fand bisher in den Fächern Chemie, Physik, Biologie, Mathematik, Betriebswirtschaft/Rechnungswesen für die Jahrgangsstufen 7 -13 statt.
Pädagogisches Konzept

Bedeutung für schwer erkrankte Schülerinnen und Schüler

Die Einrichtung des Projekts "Digitales Klassenzimmer am Krankenbett" bedeutet eine entscheidende Verbesserung der pädagogischen Betreuung von erkrankten Schülerinnen und Schülern:

Eines der pädagogischen Hauptanliegen des "Digitalen Klassenzimmers am Krankenbett" ist es, die Kinder durch die Teilnahme am realen Unterrichtsgeschehen in eine Klassengemein-schaft einbinden zu können, die krankheitsbedingte Isolation zu durchbrechen und soweit wie möglich ein Stück normales Leben während des Krankenstandes zu schaffen.

Bedeutung für die beteiligten Schulen

Für die am Projekt "Digitales Klassenzimmer am Krankenbett" beteiligten Schulen bedeutet dieses Engagement:

Zusammenfassung und Schlussbemerkung

Das Projekt "Digitales Klassenzimmer am Krankenbett" ermöglicht:

Die Schulstadt München zeigt mit dem Projekt "Digitales Klassenzimmer am Krankenbett" ihren Willen zur pädagogischen Förderung von Kindern und Jugendlichen in besonderen Notla-gen.

Mit dem Engagement des Schul- und Kultusreferats für schwer erkrankte Kinder wird das Anliegen bekräftigt, den in seinem Leitbild verankerten Grundsatz 'wir arbeiten mit an der Stärkung gesellschaftlicher Solidarität, besonders an der Integration Behinderter' in die Praxis umzusetzen.

Michael Hoffmann-Graunke
Schul- und Kultusreferat
Fachabteilung Gymnasien

 

Digitales Klassenzimmer am Krankenbett

Schüler am Monitor, Klicken für GrossansichtSeit über 20 Jahren werden an der Staatlichen Schule für Kranke in München kranke Kinder und Jugendlichen aller Schularten und Jahrgangsstufen unterrichtet, die vorübergehend ihre Heimatschule nicht besuchen können. Auftrag der Schule ist es, den Anschluss kranker Schülerinnen und Schüler an den Leistungsstand ihrer Heimatklasse zu ermöglichen. Inhalt und Umfang des Unterrichts richten sich nach der individuellen Belastbarkeit der Schülerpatienten. 24 Kolleginnen und Kollegen unterrichten an 13 Kliniken in München den Umständen entsprechend mit großer Flexibilität. Das "Digitales Klassenzimmer am Krankenbett" ist ein Projekt der Landeshauptstadt München mit der Staatl. Schule für Kranke, dem Thomas Mann-Gymnasium und der Ludwig-Thoma-Realschule. Im Schuljahr 2000/01 wurden ca. 106 Unterrichtsstunden geschaltet.

Schwere, lebensbedrohende oder chronische Krankheiten ebenso wie traumatische Ereignisse und die Folgen von Unfällen bedeuten für Kinder und Jugendliche tiefgreifende Einbrüche in ihrem gewohnten Alltag. Schmerzen und Ängste, Isolation, physische und psychische Beeinträchtigung, manchmal Behinderung Abhängigkeit von medizinischen und therapeutischen Maßnahmen verändern die Lebensplanung. In der schulischen Entwicklung führen lange Fehlzeiten nicht nur zu großen Lücken im Unterrichtsstoff, sondern auch zu Überforderung beim Nacharbeiten, dem Verlust von Schuljahren, zu Schullaufbahnveränderungen und dem Abreißen der Kontakte zur Klasse, zu Freunden und Lehrern. Diese Kinder und Jugendlichen brauchen daher umfassende pädagogische Begleitung und Förderung. Die Schule für Kranke München leistet hierzu entsprechende Beiträge. Als Ergänzung des bisherigen Unterrichtsangebotes wurde in diesem Schuljahr an der Schule das Modellprojekt "Digitales Klassenzimmer am Krankenbett" eingerichtet. Durch den Einsatz modernster Videokonferenz- und Übertragungstechnik können die kranken Schülerinnen und Schüler erstmals "live" am regulären Unterricht in einem Klassenverband in zwei Partnerschulen teilnehmen. Hauptanliegen sind einerseits die Freude am Lernen und ein Stück Normalität zu erhalten, Chancengleichheit und bestmögliche Förderung de Kindes andererseits. Das Pilotprojekt hat für die beteiligten Schülerinnen und Schüler sowie für die Schulen hohen pädagogischen Wert: Die jungen Menschen erhalten zusätzlich die Gelegenheit soziale Kompetenz du Teamfähigkeit zu erwerben. Die Partner-Schulen erfahren durch die Zusammenarbeit mit der Schule für Kranke mehr "Öffnung" und institutionelle Weiterentwicklung. Voraussetzung für das Funktionieren des Projekts an den beteiligten Schulen sind sehr engagierte Lehrkräfte. Denn für den Austausch von Informationen finden viele Gespräche und Treffen statt: im Team müssen schnelle Lösungen Probleme wie Stundentausch. Lehrplanabsprachen, Verbesserungen von Unterrichtsabläufen gefunden werden. Unerlässlich ist Medienkompetenz bei Lehrkräften und Schülern. Schwierigkeiten bereitet die Technik, die laufend betreut und gewartete werden muss. Zur adäquaten EDV- Ausstattung gehören u. a. Schwenk- und Dokumentenkamera, Steuerungsboard und geeignete Software.

Nur durch eine Finanzierung, die auch von Sponsoren wie die Barbara-König-Stiftung, die Firmen Siemens, C-Line, M-Net und andere getragen wurde, konnte dieses Projekt von der Stadt München ins Leben gerufen werden.

Nach dem ersten erfolgreichen Modellversuch sollen möglichst bald weitere zur Schule gehörende Kliniken ebenso wie die Schülerinnen und Schüler im Hausunterricht einbezogen werden.

Ursula Gantenberg
Sonderschulrektorin i.R.

Staatliche Schule für Kranke München
Haus 22, Kölner Platz 1,
80804 München
Tel.089-3068-3978
Fax 089-3068-3977